Terraristik – Teil 4 – Futterinsekten

Adulte Vogelspinnen können bis zu einem Jahr ohne Nahrung auskommen. Daher reicht es, wenn man ihnen nur alle paar Wochen etwas zu fressen anbietet. Das ist neben dem geringen Haltungsaufwand ein weiterer Vorteil, denn man hat fast keine laufenden Kosten. Man kann aber auch öfters füttern, wenn man darauf achtet, dass der Hinterleib nicht zu prall wird.

Für ca. 2 Euro bekommt man 10 große Wüstenheuschrecken oder 40 mittelgroße Grillen/Heimchen.

Wüstenheuschrecken

Man braucht nur eine große Plastikbox, die man für 4 Euro im nächsten Baumarkt bekommt. Der Boden wird ca. 0,5cm hoch mit Haferflocken aufgefüllt. Dazu ein paar Eierkartons als Versteckmöglichkeit.

Für Grillen und Heimchen empfiehlt sich jedoch ein sehr hohes Faunarium, aus dem sie bei der Entnahme nicht herausspringen können:

Ein Wasserbecken ist unnötig, wenn man regelmäßig Feuchtfutter anbietet. Wichtig ist nur, dass man die Futterinsekten mit der richtigen Temperatur, genug Licht sowie gesunder Nahrung am Leben erhält. Ich verfüttere generell nur Bio-Äpfel und manchmal auch Bio-Karotten oder Bio-Kartoffeln.

Außerdem sollten es mindestens 26°C in der Box sein, da die Wüstenheuschrecken sonst lethargisch werden und sterben. Sie sitzen dann teilweise stundenlang auf dem selben Platz, stellen das Fressen ein und reagieren mit wildem Springen auf die kleinste Störung.

Tagsüber kann man die Box mit einer 15 Watt ThermoLux Heizmatte auf ca. 30-35° C bringen. Zu wenig Licht kann ebenfalls zu starken Ausfällen führen, weshalb ein Fensterplatz keine schlechte Idee ist.

Die Wüstenheuschrecken scheinen sich unter diesen Bedingungen wohl zu fühlen und paaren sich wie die Karnickel.

Die Paarung der Wüstenheuschrecken kann mehrere Minuten bis hin zu einer Stunde andauern. In dieser Zeit trägt das Weibchen das Männchen die ganze Zeit Huckepack durch die Gegend.

Ehrlich gesagt mache ich mir jedoch nicht mehr den (Licht und Wärme) Aufwand, um die Wüstenheuschrecken am Leben zu erhalten. Meist werden alle sofort verfüttert.

Lautstärke bei Mittelmeergrillen, Heimchen, Steppengrillen und Kurzflügelgrillen

Um es kurz zu machen, es gibt enorme Lautstärke-Unterschiede bei der Stridulation bzw. dem Zirpen von adulten Männchen:

  1. Mittelmeerfeldgrillen bzw. Zweifleckgrillen (Gryllus bimaculatus): sehr laut
  2. Heimchen (Acheta domesticus): laut
  3. Steppengrillen (Gryllus assimilis): leise
  4. Kurzflügelgrille (Gryllodes supplicans bzw. Gryllodes sigillatus): sehr leise

Die Kurzflügelgrillen sind also erste Wahl, wenn die Futterinsekten möglichst leise sein sollen. Ich persönlich habe sie noch nie zirpen gehört. Ihre geringe adulte Körpergröße kann jedoch ein Nachteil sein, darum verfüttere ich lieber Steppengrillen, welche deutlich größer werden und trotzdem wesentlich leiser als Heimchen oder Mittelmeergrillen sind.

Zweifleckgrillen sollte man übrigens nicht zusammen mit anderen Insekten halten, da sie räuberisches Verhalten an den Tag legen und z.B. eine lebende Wüstenheuschrecke in wenigen Minuten verspeisen können. Auch Wachsraupen werden wild gejagt und totgebissen.

Dieser Beitrag wurde unter German, Terrarium abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Terraristik – Teil 4 – Futterinsekten

  1. Ralf Haigis sagt:

    Endlich mal jemand der das richtig wiedergibt. Kurzflügelgrillen und nicht the silent Steppengrillen sind die leisesten Grillen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.