Terraristik – Teil 3 – Noch mehr interessante Vogelspinnen

Schatz, ich möchte noch eine Vogelspinne…

So geht es vielen, die mit einer Vogelspinne angefangen haben. Hat man eine, möchte man irgendwann noch eine. Das liegt zum einen daran, dass es sehr viele interessante Arten mit unterschiedlichem Verhalten und Aussehen gibt und zum anderen daran, dass sich manche Arten gerne mal für mehrere Monate eingraben.

Die Acanthoscurria geniculata (Brasilianische Weißknievogelspinne) ist eine recht große Art und sehr verfressen. Auf den Fotos ist ein kleiner Spiderling in einer HD zu sehen:

Diese Art kann tausende solcher Spiderlinge in einem einzigen Kokon zur Welt bringen. Daher sind die Preise für entsprechende Nachzuchten sehr niedrig und die Slings werden oft gebündelt verkauft (z.B. 3 Stück für X Euro). Nach ein paar Häutungen sieht man bereits die markanten weißen Streifen:

In einem Haplopelma Spezialbecken mit den Maßen 35 x 25 x 40 cm hat sich eine Pelinobius muticus (ehemals Citharischius crawshayi) eingelebt. Sie ist auch unter der Bezeichnung „King baboon spider“ bekannt und eine der größten Vogelspinnen Afrikas.

Die Fotos zeigen ein juveniles Männchen, welches mit seinen 3 Jahren noch relativ klein ist und damit dem langsamen Wachstum seiner Spezies treu bleibt. Da es sich bei ihr um eine unterirdisch lebende Art handelt, die sich tiefe Gänge ins Erdreich gräbt, sollte man mindestens 25 cm grabfähigen Bodengrund anbieten. Ein Haplo-Tank ist dafür ideal. Nachts wird sie aktiv, erweitert ihre unterirdischen Gänge und trägt dabei Erdklumpen zum Höhleneingang. Zum Glück hat sie sich einen Gang an der Seite gegraben, wodurch man sie stets gut beobachten kann.

Die Brachypelma smithi (Mexikanische Rotknie-Vogelspinne) ist der Klassiker unter den Vogelspinnen. Sie ist für Anfänger geeignet, da sie trocken gehalten werden kann, sich relativ ruhig bewegt und fast immer zu sehen ist:

Die Grammostola pulchripes wärmt sich tagsüber gerne unter einem Halogen Strahler. Auf den folgenden Fotos ist sie etwa 7 Jahre alt.

Hier ein adultes Männchen:

Wie alle Grammostola spp. ist sie sehr ruhig und lässt sich kaum stören. Beutetiere haben jedoch auch bei ihr nichts zu lachen, wie z.B. diese große Wüstenheuschrecke, die gerade… den Kopf hinhalten muss.

In der gleichen Gattung befindet sich die Grammostola pulchra (Schwarze Uruguayvogelspinne), die komplett schwarz ist und einen seidigen Glanz hat. Ihre Behaarung erinnert daher an einen Panther (Fotos), wobei sie jedoch als Spiderlinge noch recht hell sind:

Als kleine Berühmtheiten kann man die nächsten zwei Arten bezeichnen, die Theraphosa stirmi und die ihr sehr ähnliche Theraphosa blondi (Goliath-Vogelspinne). Sie sind die größten Vogelspinnen der Welt.

Theraphosa Slings sind sehr verfressen. Die Fotos zeigen eine T. stirmi in der zweiten FH, die gerade drei Heimchen hintereinander erlegt hat:

Man beachte auch die weißen Tarsen. Etwas später in der dritten FH beim Fressen einer Wachsraupe:

Auf diesen Fotos ist sie bereits juvenil:

Und zum Vergleich ein Foto der T. blondi in der zweiten FH. Man beachte die Tarsen, die im Gegensatz zur T. stirmi keine weiße Färbung haben:

Hier ist sie schon deutlich älter und größer:

Sie ist in ein großes Exo-Terra 45x45x60 cm Terrarium umgezogen. Die Höhe ist eigentlich unnötig, aber da sie nie klettert sondern (im Gegensatz zu Männchen nach der RH) die ganze Zeit in ihrer Höhle verbringt, muss ich mir keine Sorgen machen:

Neben den vielen Bodenbewohnern und unterirdisch lebenden Arten haben sich auch Baumbewohner eingelebt. Zum Beispiel die Avicularia versicolor (Martinique-Baumvogelspinne). Sie schimmert metallisch blau und ist dadurch ein echter Hingucker. Hier ein paar Aufnahmen als Sling:

Und noch ein paar Aufnahmen beim Fressen eines Heimchens:


In einem feucht gehaltenen Terrarium fühlt sie sich bei einer Temperatur von 24-28° C (tagsüber) wohl.

Die Poecilotheria metallica gehört zu den schönsten und teuersten Baumvogelspinnen der Welt. Mit ihrer blauen und gelben Färbung ist sie ein wahrer Paradiesvogel unter den VS. Ihr Gift gehört zu den stärksten unter den Vogelspinnen und sie nimmt es ohne zu zögern mit größeren Beutetieren auf.

Es gibt auch Vogelspinnen, die sehr schöne ausgedehnte Wohngespinste anlegen. Die Chromatopelma cyaneopubescens zum Beispiel, die außerdem sehr hübsche knallige Farben besitzt. Auf den Fotos ist ein Spiderling dieser Art zu sehen. Bei ihr handelt es sich um einen „Strauchbewohner“ (Bodenbewohner).

Auch die Pterinochilus murinus legt gerne ausgedehnte Netze an.

Die Ephebopus cyanognathus sieht bei Lichteinfall aus, als hätte Gott sie während der Schöpfung mit Neonfarben angepinselt. Ihre Cheliceren sind blau, die Beine orange und das Abdomen schimmert grün. Eine richtige kleine Techno-Vogelspinne.

Sie lebt als Röhrenbewohner ähnlich der P. muticus unterirdisch und freut sich daher über einen hohen Bodengrund den man u.a. mit einem Haplopelma Spezialbecken erreichen kann:

Außerdem ist sie ein richtiger Baukünstler und Architekt. In der Nähe befindliche Äste, Blätter und sonstige Gegenstände werden von ihr zu einem kleinen Turm über der Wohnröhre aufgebaut:

Und so kann eine komplette Terrarien-Ecke dann aussehen:

Dieser Beitrag wurde unter German, Terrarium abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Terraristik – Teil 3 – Noch mehr interessante Vogelspinnen

  1. Blondi sagt:

    hallo,bin auf der suche nach Theraphosa Blondi Spiderlingen,
    können sie mir weiterhelfen?
    grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.